In welche Richtung?

Nur weil ich blogge (wobei ich nicht einmal dieses Wort verwende), bin ich kein “Blogger” und werde nie an einem Bloggertreffen teilnehmen. Generell fühle ich mich Gruppierungen, die sich auf einen einzigen Oberbegriff für eine Tätigkeit von vielen beschränken, nicht zugehörig.

Ein Ort hat meines Erachtens nichts mit der kreativen Arbeit, das Medium selbst nichts mit den Texten, dem Schreibstil oder gar dem Charakter inne. Begriffe, Zuweisungen und eine Zugehörigkeit zu selbsternannten kreativen Strömungen schaden nicht nur den Ideen und dem eigenen schöpferischen Wachstum, sondern auch der Weitsicht und den kreativen Entfaltungsmöglichkeiten. Eine pseudokreative Gruppierung bremst Originalität. Nun leben wir jedoch in einer Zeit, in der das “schwarz-weiß Denken” die Medien, die Menschen und das Handeln dominiert und man landet, wenn man sich keiner Gruppierung anschließt oder zugehörig fühlen mag, gleich wieder in einer anderen Kategorie, und zwar in der des aufsässigen Individualisten, des Einzelkämpfers oder Einzelgängers. Dabei möchte man nur, dass die eigenen Arbeiten unbeeinflusst als Ganzes wahrgenommen werden und nicht untergehen.

Eine Gruppierung von talentierten, kreativ tätigen Menschen, egal ob schreibend, malend oder singend hat zur Folge, dass die Kraft und das Einfallsreichtum eines Individuums von Anhängern solcher Konstellationen gerne auch mal reguliert, kontrolliert oder vereinnahmt wird.

Kein Wunder also, dass “die Masse”, so gerne die “die Masse” tadelt und immer mehr Seichtheiten und Belanglosigkeiten in den Medien zum Vorschein bringt. Angepasste Marionetten, die das Spiel dieser Konstruktionen mitspielen, nichts Kritisches oder Eigenes mehr von sich geben – und den Status als solchen schon als Bestätigung für Talent genießen. Wenn man Twitter oder Facebook nutzt, ist man nicht unbedingt auch einfallsreich und nicht jeder, der ein Buch veröffentlicht ist ein Autor.

“Schubladen” jeder Art blockieren denjenigen, der sich seine geistige Freiheit bewahren und seine schöpferische Entfaltung fließen lassen möchte. In solch einem Zusammenschluss mehrerer Menschen, gibt es immer eine Ordnung oder eine Hierarchie, die von irgendwelchen anderen Menschen vorgegeben wird. Ordnung im Sinne von Regelung und/oder Steuerung frisst Lebendigkeit.

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