Unsere Sprache

Seit ca. 15 Jahren bin ich sowohl beruflich als auch privat mit dem Internet eng verbunden und war in vielerlei Hinsicht beratend tätig. Doch gerade durch die intensive Nutzung des Internets und der Liebe zum Schreiben bin ich eine Verfechterin der Sprache geworden und habe im Laufe der Jahre einen sprachlichen Fetisch entwickelt, den ich immer noch weiter verbessern will.

Die beliebte “Kleinschreibweise”, die meines Erachtens etwas mit Faulheit zu tun hat, habe ich nie praktiziert, Abkürzungen verwende ich kaum. Anglizismen stören nicht mehr, es sei denn, sie werden komplett falsch oder übertrieben eingesetzt. Das ist auch nicht weiter unangenehm, wenn ich diese Art der Schreibweise lese – ich selbst verzichte meist bewusst darauf.

Doch was mich manchmal wirklich entsetzt ist das, was ich selbst bei Twitter, Facebook oder in Blogs unter den Kommentaren lesen muss:

Eine kindlich naive Sprache respektive Schreibweise, bei der mir die “Haare zu Berge stehen”. Selbst unter normal kommunizierenden Menschen, die schnell schreiben, sollte doch so viel Zeit sein, statt “Haben will” eher “Das möchte ich gerne” oder “Das gefällt mir” zu schreiben.

Wenn ich dann jedoch noch “Kuscheln will, Eis rüber reich, Eisabschleck, nickt, Kann du Kuscheln schicken? oder ein Löffelnehmundprobier” lesen muss, stelle ich die Intelligenz der durchschnittlich fünfundzwanzig- bis vierzigjährigen Verfasser sehr in Frage. Meine Schmerzgrenze übersteigt das bei Weitem.

Ich kann so zumindest nicht kommunizieren, denn es verletzt mein Feingefühl für Sprache.

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